Véronique Poulain - Worte, die man mir nicht sagt. Mein Leben mit gehörlosen Eltern.



🇩🇪







Autorin: Véronique Poulain
Titel: Worte, die man mir nicht sagt
Untertitel: Mein Leben mit gehörlosen Eltern
Seitenanzahl: 142
Verlag:Ullstein Extra
Genre: Biographie
                                                        


>>Hallo, Ihr Arschlöcher!<<  So begrüßt Véronique Poulain eines Tages ihre Eltern, als sie aus der Schule heimkehrt. Die Reaktion: Eine zärtliche Umarmung. Véronique's Eltern sind gehörlos. Das hat seine guten Seiten, kann aber auch ganz schön nerven. Als Kind ist Véronique mächtig stolz, wenn sie sich vor aller Augen in Gebärdensprache unterhält. Doch möchte sie nach ihrer Mutter rufen, muss sie sich etwas einfallen lassen. Und anders, als man denkt, sind Gehörlose nicht unbedingt leise Menschen. Véronique's Eltern schmatzen genüsslich, pupsen geräuschvoll in der Öffentlichkeit und haben lauthals Sex. Ganz still ist es bei ihr zu Hause nie. Und richtig wild wird es, wenn ihre Mutter hintern Steuer eine Diskussion beginnt.

Wer kennt sie nicht, die Mängelexemplar-Stapel in deutschen Buchläden? Ich kann selten ohne Neuzugang an diesen Tischen vorbei laufen. So war es auch mit diesem Buch.
Meine Kaufgründe:
  1. Vor einigen Jahren durfte ich ein ganzes Wochenende mit Gehörlosen arbeiten und diese Erfahrung war einfach toll.
  2. Ein Bekannter hat damals von seinen gehörlosen Eltern und seinen Erfahrungen erzählt und ich wollte herausfinden, inwieweit sich diese decken.
  3. Das Cover hat mich einfach magisch angezogen.
Die Kapitel des Buchen sind sehr knapp gehalten, sie erstrecken sich jeweils etwa über 1-3 Seiten. Zudem sind die Sätze relativ einfach verfasst und dadurch allgemein gut verständlich.

Fazit:
Die Autorin erzählt über ihre eigenen Erfahrungen, die nun einmal sind wie sie sind. Dadurch fehlen natürlich gewissen Spannungsbögen. Trotzdem muss das natürlich per se nicht schlecht sein.
Zu Anfang erzählt Véronique von ihrer frühen Kindheit. Dieser Faden zieht sich durch einige Kapitel, doch plötzlich fühlt es sich so an, als würde die Zeit hin und her springen, obwohl das wahrscheinlich gar nicht der Fall ist. Irgendwie war mir zwischendrin nicht mehr klar, in welcher Lebensphase sich die Hörende unter den Gehörlosen befindet. 
Außerdem, obwohl deutlich wird, dass sie ihre Eltern mal bewundert, mal hasst, sich für sie schämt, sie liebt, unterstützt und so weiter, fehlten mir die Emotionen dahinter völlig. Eher scheint es eine abgehackte Abhandlung der Geschehnisse zu sein.
Ehrlich gestanden, hatte ich auf Grund des Klappentextes erwartet mehr zu bekommen ... mehr Witz, mehr Gefühl, mehr Liebe .. nunja mehr als dieser eben schon hergibt.
Im Moment bin ich hin und her gerissen, was ich über dieses Buch denken soll, denn geschrieben ist es angenehm für die Abendlektüre, aber es kamen nahezu null Gefühle bei mir an. Außerdem hatte ich, wie bereits erwähnt, mehr erwartet. 
Mittlerweile vermute ich, dass die französische Art des Schreibens nicht ganz meinen Geschmack trifft, denn aktuell lese ich noch eines, mit dem ich hadere.
Alles in allem, habe ich die wenigen Seiten schnell gelesen. Dümmer bin ich nicht geworden. Trotzdem bin ich froh, nicht die vollen knapp 15€, sondern lediglich 3,50€ gezahlt zu haben, denn Storytelling und Inhalt waren irgendwie dünn.
Achso, der Fakt, dass Gehörlose sehr laut sind, hat sich im Übrigen mit den Erzählungen meines Bekannten gedeckt. 

♥️♥️

P.S. Hat jemand von euch Erfahrungen mit französischer Literatur und was haltet ihr von dieser? Habt ihr Empfehlungen, die meine Meinung ändern könnten? 

Kommentare

Beliebte Posts